Ramstein & K´Town

Zur Überbrückung des Herbst/Winters machte ich bei kühlen 6 Grad C eine Tagestour zur US Air-Base Ramstein und Umgebung von Kaiserslautern, kurz K´Town.  U.a. wurde der Ort bekannt durch das Flugshow Spektakel von August 1988 mit dem verheerenden Zusammenstoß einer italienischen Flugstaffel, bei dem 70 Menschen ums Leben kamen und über 1000 verletzt wurden. Damals wollte ich die Show unbedingt besuchen, war dann aber kurzfristig aus wichtigen familiären Gründen verhindert, was mir wohl das Leben gerettet hat. Ferner ist Ramstein weltweit bekannt durch „Sänger“  Till Lindemann von Rammstein, der den Namen für seine Band ausgesucht, aber mit 2 m geschrieben hat.

Im Umfeld der größten amerikanischen Air-Base außerhalb der USA (mit K´Town, Ramstein, Landstuhl, Spangdahlem) leben noch etwa 60.000 Soldaten mit Familienangehörigen, erzählte mir einer der Autohändler.  Es waren incl. der Stationierung im Frankfurter Raum und vor Schließung der US-Abteilung am Frankfurter Flughafen sogar mal eine halbe Million. Ein Großteil der Familien lebt auf der Base, die sich hier ihr Klein-Amerika mit fast allem was man so aus USA kennt, aufgebaut haben. Steuert man das Gelände an, erkennt man schon an der überbreiten und belebten 1 km langen Zufahrt (ehemalige Reichsautobahn) die Größe des Geländes vor und hinter der Einfahrtskontrolle. Hier ist dann aber erstmal Schluß für Normalbesucher, es sei denn, man hat sich für eine Besichtigung in einer Gruppe vorab angemeldet.         

Grund meines Besuches in der Region ist die Tatsache, daß es sich auch außerhalb der Base amerikanisiert hat, was ich mir aktuell vor Ort ansehen wollte. Hierzu einige Fotos:

 

Damals vor 30 Jahren erlebte man das vor allem auf und neben den öffentlichen Straßen. An den großen US Cars mit ihren V8 Motoren sah und hörte man was da kommt. Die typisch kleinen Nrn.-Schilder ergänzten die Herkunft. Heutzutage muß man schon genauer hinsehen, weil die Modelle bis auf die beliebten Pickup-Trucks kleiner geworden sind, und die Straßenzulassung erfolgt wohl aus Sicherheitsgründen mit deutschen Nrn.-Schildern in gängigen Normalgrößen. Irgendwie erkennt man sie aber doch aufgrund des eigenen Stylings und sieht sie vor Restaurants, Nail Studios, Car-Wash und Supermärkten parken.

In den achtziger und neunziger Jahren veranstaltete ein Angehöriger der Streitkräfte namens Mr. Roeder die 2-tägige Show „Cars are the Stars“ auf div. Leerflächen der Army, zuletzt auf der Enclave „Vogelweh“ bei Kaiserslautern. Fast jedes Jahr hat der Club Gasoline Guzzler Köln mit alten Ami-Classikern da teilgenommen und auch einige der zahlreichen Pokale abgeräumt. Zu der Zeit kamen auch noch unsere amerikanischen „Freunde“, die auch in Germany nicht auf ihre Autos verzichten wollten, mit Fullsize Cars und Streetmachines zum Treffen. Vogelweh ist auch heute noch US-Gelände nur für die Army mit eigenem Supermarkt, Tankstelle, Fast-Food usw.  Spätestens nach Bin Ladens Anschlag  9/11en war dann Schluß mit Lustig. Es gab zwar nochmal ein Versuch mit Voranmeldung zur Registrierung, Anmeldung und akribische Kontrolle vor Ort, das war´s aber dann offiziell in Vogelweh.

US-Classic-Cars gibt´s hier nur noch wenige im Angebot der Autohändler. Wenigstens einen gibt´s noch an der L 395 mit aktuell Mustangs und Corvette.

Überwiegend werden junge gebrauchte Fahrzeuge amerikanischer, japanischer, amerikanisierte europäische Fabrikate sowie neue Autos angeboten. Dabei sind die Preise moderat, so z.B. eine 1 Jahr alte Toyota Camry Familienkutsche für 23.000 US-Dollar. Die Verkäufe sind nur für Army Angehörige vorgesehen, deutsche Interessenten haben wenig Chancen zum Erwerb der Autos, es sei denn, man findet einen Händler, der sich die Mühe macht, alle formalen Angelegenheiten, u.a. Einfuhrsteuer, Zoll, Umrüstung, TÜV zu erledigen und vorab zusätzlich bis zu einer fünfstelligen Summe Dollars auf den Tisch zu legen.

z. B. für einen modernen Chevy Malibu  

Natürlich wird hier in der Gegend auch amerikanisch gefuttert. Auf der L 395 gibt es noch immer den Fast Food Chicken Laden, der schon in den 80er Jahren existierte, s.u.

Interessant ist die Tatsache, daß viele deutsche Geschäftsleute sich auf die englischsprechende Kundschaft eingestellt haben und auch einen mit „Hi“ oder „Hello“ begrüßen, vielleicht auch dann, wenn man vermeintlich amerikanisch oder wie Kool & The Gang aussieht. Und die Autohändler sprechen eh nur in Landessprache.

Zum Schluß noch einige andere amerikanisch geprägte Geschäftsfelder:

Solch ähnliche Imbiss-Lokale gab es in den 1920er Jahren schon mal als „Pig-Stand“ am Sunset-Boulevard

Interessante Billigversion einer Waschanlage…

Hier ein Studio eines farbigen Inhabers      

The Alamo Restaurant für die Chicanos in Ramstein

Wir verabschieden uns und sagen  Good-Bye ! Take Care, see you…

 

 

Alle Fotos wurden in Ramstein, Miesenbach und entlang der Landstrasse L 395 zwischen Landstuhl und Kindsberg aufgenommen