Amerikanische Siedlung Bonn

Offiziell hieß es HICOG-Siedlung Plittersdorf  (High Commissioner of Germany), ein Ortsteil von Bad Godesberg. Die Siedlung wurde 1951 für Mitarbeiter der US-Kommision u.a. für Botschaftsangehörige errichtet. Sie liegt südlich der Bonner Rheinaue und wird mit fünf breiten Betonstraßen (heute geteert) verbunden. Die Wohnhäuser sowie die Parkanlagen wurden nach Wünschen amerikanischer Architekten von fünf deutschen Kollegen geplant und in nur neun Monaten gebaut. Insgesamt wurden 458 Wohnungen mit 60 bis 270 qm in zwei und dreigeschossigen Häusern für ca. 1000 Einwohner auf 23 ha errichtet.

Die Amis hatten eine komplette eigene Infrastruktur aufgebaut mit Kirche, Kino, Post Office, PX-Store/Supermarkt, einen Sport- und Freizeitclub mit Tennis, Bowling und Schwimmbad sowie einen Hubschrauberlandeplatz. Gezahlt wurde in US-Dollar. Aufgrund der deutschen Wende und des Umzuges div. Behörden von Bonn nach Berlin wurde die Siedlung aufgegeben und 1999 an eine Bonner Wohnungsbaugesellschaft verkauft. Große Teile der Anlage wurden danach unter Denkmalschutz gestellt, vieles was nicht bewohnbar ist wurde aber auch abgerissen, außer einem Kindergarten und einer Schule. Die Wohnungen wurden neu aufgeteilt und generalsaniert, man kann sie kaufen oder mieten.

Die Wohnanlage gilt als parkähnliche Liegenschaft mit weiten Grundstücksflächen, altem Baumbestand und breiten Verbindungswegen. Rheinaue und Rhein prägen eine Umgebung mit hohem Erholungsfaktor, wunderbar bei Sonne und blauem Himmel.

Bis 1963 war die Anlage sogar exterritorial, also ein Stück USA auf deutschem Boden. Im direkt am Rhein gelegenen „American Embassy Club“ zählten John F. Kennedy, Ronald Reagan und George Bush zu den Gästen.

Ein paar Amerikaner sind wohl geblieben, wenige US Cars auch…

Erwähnenswert ist noch eine große Baseball Anlage an der Martin-Luther-King Straße im nördlichen Teil des Wohngebietes aber noch südlich der Rheinaue. Ähnlich wie American Football ist auch hier das Zuschauerinteresse überschaubar, obwohl die Bonn Capitals, die aus Frauen und Männern seit 1989 bestehen, in der 1. Deutschen Liga spielen. Die Spielsaison wird im Mai eröffnet.

 


 

US-Cars Diorama

Was ganz wenige wissen, in einem Stadtteil von Köln gibt es in zwei großen Räumen von knapp 100 m² eine Ausstellung mit ca. 600 amerikanischen Fahrzeugen im Maßstab 1 : 18, davon allein 200 Corvetten aller Baujahre und Ausführungen. Ein großer Teil der Corvetten steht im Zentrum des größeren der beiden Räume auf einem Parkplatz. Weitere 800 US-Modelle stehen oder liegen verpackt zuhause im Hobbyraum.

Alle anderen Kategorien wie Dragster, Stock-Cars, Limos, Muscle-Cars, Hot-Rods, Pick-ups, Emergency und einige Harleys stehen vor umgebungspassenden liebevoll gestalteten Dioramen und Displays, die vom Eigentümer Mainhard S. aus Köln in jahrelanger Arbeit seit 2004 entworfen und mit vielen originellen Ideen gebaut wurden. Die beiden Räume sind bis auf den letzten Quadratmeter im Doppelstock bebaut, lediglich notwendige Versorgungswege für Elektrik, Sauberkeit, Ergänzung und Austausch der Exponate trennen die fast unüberschaubare Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. 

Street Rods samstagabends am Straßenrand      
Muscle-Cars ebenso dichtgedrängt an einem Imbiß  (Mini Pig Stand)
Ganz wichtig vorher der Corona Test im Drive-Thru

Nicht selbstgebaut sind Autos und die meisten Figuren, hier und da der Umgebung aber angepaßt. Auch handelt es sich meist um Gebrauchtmodelle, die über alle möglichen Internet Seiten zusammengesucht, getauscht  und gekauft sind. Die Modelle kommen u.a. von den Firmen American Muscle, Revell, Burago, AutoArt, Maisto u. Ertl.

         T-Bird Nest auf einem Hinterhof
                                                    …in die Waschanlage…
                                                    anschl. ein Besuch ins Monument Valley…
…abends zur Übernachtung ins Motel
 und am nächsten Tag 
zum Drag-Racing                                                                                              oder NASCAR Rennen

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider sind die Räume nicht für die Öffentlichkeit eingerichtet. Für gute Bekannte, die sich für Mainhard´s „Museum“ interessieren, könnte man eine Führung für je 2 Personen einrichten… 


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Pig Stand, Diner & Car Hop Service

Bereits 1920 gaben es ca. 8 Millionen Autos in den USA. Zu dieser  Zeit kamen zwei Industrielle auf die Idee, Imbißstände neben den Hauptstrassen zu errichten. 1921 wurde die Pig Stand Company gegründet und das erste Drive Inn bei Dallas /Fort Worth gebaut. Die Kunden wurden in ihren Autos mit Speisen versorgt. Das kam so gut an, daß in den Folgejahren auch von konkurierenden Betreibern, u.a. Roy Allen und Frank Wright – A & W, viele weitere ganz einfache Stände an Straßenrändern vorwiegend in Schönwetterstaaten wie Kalifornien/L.A. und Texas/ Dallas gegründet wurden.

Der Pig Stand Drive Inn setzte auf einfache und schnell zubereitete Imbisse wie Barbeque Pork,  Ham Sandwiches, Frankfurters, Waffles, Ice Cream…aber am erfolgreichsten wurden die Hamburger, gefolgt von Hot Dogs und regionalen Spezialitäten. Die meist aus Holz gebauten Stände sind rund, 8-eckig, 6-eckig, auch 4-eckig, im Laufe der Zeit in immer aufwendigeren architektonischen Versionen auf großen Plätzen mit viel Parkraum drumherum.

Später, Ende der 20er Jahre verschwand dann die Bezeichnung Pig Stand weil die Bauten variierten und spezieller wurden. Daraus entstand das Diner Drive Inn, hier wurde auch im Lokal gegessen. Begriffe wie Modern Industrial Arts und Art-Deco hielten Einzug und die Holzbauten wurden durch stabile aufwendige Steinbauten mit Neonbeleuchtung ersetzt. Zu der Zeit etablierten sich die Ketten „Carpenter Sandwiches, McDonnell´s und Roberts Sandwiches. Eine Reihe von Architekten spezialisierten sich inzwischen und entwickelten immer raffiniertere Variationen im modernen Stil mit abgerundeten Ecken und einem Art Deco Tower auf dem Dach. Im Inneren gab es zunehmend ein Starlite Room, Victory Room, Cantina, Dining Room, Bar, Cocktail Lounge und nebenan Car Service. Nachteil – bis Mitte der 30er Jahre waren die Parkplätze noch nicht befestigt, sodaß diese bei Regen matschig wurden. 

Quer durch die Südstaaten breiteten sich die Diner aus. Ende des Jahrzehnts entstand die Hamburger Kette „Bob´s Big Boy“, die es entgegen vielen anderen auch heute noch gibt. Und der Car Hop Service nahm an Fahrt auf. Die Bedienung am Auto wurde nun von jungen gut aussehenden Glamburger Girls, Car Hoppers, Tray Girls and Boys, auch Curb Operaters genannt, in fantasievollen Kostümen erledigt. Nicht selten bestand das Personal aus 20 und mehr Personen bei Öffnungszeiten z.B. von 9 -21 h oder auch 24 Stunden. Die Rollschuhbedienung hat sich allerdings nicht durchgesetzt. Die Diner Restaurants wurden zu einer amerikanischen Institution, betrieben u.a. von Herbert´s Drive Inn, Simon´s, Smitty´s, Van De Kamps, Mc Donnell´s, ( McDonald´s gründete sich erst in den 1950er Jahren ).  Allein 1939 wurden mehr als 30 Millionen Autos registriert.

Nach dem 2. Weltkrieg in den 1940er Jahren änderte sich das Verhalten der Kundschaft und Restaurantbetreiber. Die Außerhaus Bedienung wurde auch aus Effizienzgründen nach und nach eingestellt. Die Drive Inns mit Parken in unmittelbarer Nähe blieben aber und teilten sich bis heute in edle und einfache Restaurants. Neon Beleuchtung gab es überall. 

                                Höhepunkte des Car Hop Service

Bis heute aktuelle weltweite Variante sind die u.a. von McDonald´s, Burgerking, KFC, betriebenen Drive Thru´s, wobei der Fahrer im Auto sein Essen am Restaurantschalter entgegennimmt. Leider wurden auch die fantasievollen Gebäude durch mehr oder weniger gestylte zweckmäßige Schnell-Restaurants /Fast Food Outlets ersetzt.  Viele der Drive Inns in USA wurden nicht unter Denkmalschutz gestellt und Ende der 1960er Jahre einfach abgerissen, einige wenige noch existierende muß man jetzt suchen. George Lucas hat mit seinem Film „American Graffiti“ Anfang der 70er die Historie zu einer Art Mythologie erhoben.


                 Miss Pepper Drive Inn Restaurant in Bornheim /Alfter  zw. Köln und Bonn

Hier bei uns in Deutschland wurde von einigen US Begeisterten die Diner Idee aufgegriffen und neben einzelnen Lokalen gibt es z.B. die Ketten „Lara´s Diner“ und „Miss Pepper“, zwei der Miss Pepper im Köln/Bonner Raum – in Frechen neben der A1 und im Gewerbegebiet Bornheim. Letzteres wurde tatsächlich im historischen Diner Stil mit vielen Rundungen, einem Art-Deco Tower und Neon Beleuchtung gebaut.

„Pig Stands“ gibt es bei uns auch heute noch in Form von Imbißbuden am Straßenrand mit reichlich Parkplatz, allerdings mit Self-Service für den Verzehr am oder im Auto. Ein paar Beispiele:

                                Rast und Imbiß an der B266 in Mechernich
                               Mamas Gute Küche an der B9 in Bad Breisig
                                Mythos Grill in Refrath (innen und außen)
                               Grill in Ramstein bei Kaiserslautern

Für kleine Treffen abends unter der Woche sind diese durchaus geeignet. So wurde bereits der Parkplatz am Mythos Grill Refrath neben einem Park mit Weiher gerne angenommen. Miss Pepper und Mama´s Küche wurden ebenfalls schon genutzt. 

-W.–

  

L.A. Lowrider Car Show Mai 1992

Beinahe nostalgisch für eine fast 30 Jahre alte Car-Show. In Verbindung mit einem Kalifornien Urlaub besuchten wir natürlich div. Nationals und Shows u.a. der Goodguys und im speziellen eine Lowrider Show (Treffen und Car-Hop Contest) in L.A.s Vorort Pomona. Hier auf dem riesigen Freiluft Ausstellungsgelände, The Fairplex, finden u.a. die weltbekannten Swap-Meets sowie die jährlichen NHRA´s Winternationals im intregierten Pomona Raceway mit Top Fuel und Funny-Cars statt. Im Vergleich dazu ist die Lowrider Show sehr speziell und erheblich kleiner, was daran liegt, daß das Thema weniger die Anglo-Amerikaner interessiert. Es ist das Ding der Mexican-Americans, den sogenannten Chicanos von Kalifornien und Südwest-Staaten. Diese Volksgruppe gehört zu den Hispanics bzw. auch Latinos. Lowrider gehören zur Gesamtkunst der 1960er Jahren eigenständigen mexikanischen Kunstrichtung, die sich durch grelle bunte Farben auszeichnet.

Bei den Autos sind das u.a. Flake- und Transparentlacke verfeinert mit Streifen, Linien und Custom Malerei. Zu-mindest bei den reinen Showcars, die nicht selten nur auf Hänger anreisen, sind Motoren und Fahrwerke verchromt, vergoldet oder einfach gesagt aufwendig veredelt. Das geht im Innenraum weiter mit aufwendigen, teuren Ausstattungen vom Dashboard, Lenkrad über Shifter, Sitzbezügen und Teppichen. Einige Beispiele s.u. auf 28 Jahre alten Fotos aus Pomona…

Die Klassiker sind  1963 – 1964er  Chevy Impala Modelle

 

Chicanos beim Small-Talk  

       

Das Maß der Dinge sind verchromte oder vergoldete Wire-Wheels bevorzugt von „Dayton“ mit extremem Tiefbett

Neben dezenten Hydraulikversionen zur Anhebung / Absenkung der Karosserie werden die Car-Hopper mit einem Kofferraum voller Batterien zum befeuern der Hydraulik Dämpfer bestückt. Da hat es wenig Sinn, das gesamte Fahrzeug aufwendig zu customisieren. Bei den gewaltigen Sprüngen der Vorderachse geht nicht selten was zu Bruch. Auch in Pomona gab es einen Car Hopping Wettbewerb mit dem einfachen Ziel, wer am höchsten springt hat gewonnen, gemessen an der Vorderachse. Weitere Bewegungselemente am Fahrzeug ergeben Extrapunkte.

Weitere ausführliche Beschreibungen, Fotos und Filme natürlich im Netz.

Bum Bum City Grafenwöhr

Dieses Jahr war ein Ausflug nach Bayern geplant, zum Deutsch-Amerikanischen Volksfest auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz. Das Freundschafts-Volksfest veranstalten die Amis jeweils Anfang August, dauert 3 Tage und zieht bis zu 100.000 Besucher. Es ist eine Kirmes mit deutschen Attraktionen und amerikanischem Touch. Falls man daran teilnehmen möchte, Anmeldung ist nicht erforderlich aber Einlaßkontrolle, wurde mir gesagt. Da die Kleinstadt mit 6400 Einwohnern plus 4000 „GIs“ und deren Angehörigen keine nennenswerten Hotels bietet, kann man sich im Umfeld, z.B. im 15 km entfernten mittelstädtischen Weiden (bekannt von Witt Weiden, Seltmann Weiden,  A.T.U.) einquartieren. Übernachtungspreise, Restaurantkosten, überhaupt allgemeine Kosten entsprechen annähernd Kölner Niveau.

Das Fest ist natürlich auch hier Corona Opfer geworden, bin aber trotzdem dahin, weil die Oberpfalz für paar Tage Reise wert ist, der Nationalpark Bayerischer Wald befindet sich in der Nähe. Die Amerikaner machen auch hier in Grafenwöhr ihre Geschäfte mit Autos, Fast Food und wenigen Vergnügungsstätten.

Das Truppenübungsgelände ist mit ca. 234 qkm das modernste Übungsareal Europas, wo mit Waffen der US-Streitkräfte u.a. Panzer und Haubitzen scharf geschossen wird, und das lt. Anwohner wöchentlich. Auch die NATO Staaten dürfen sich hier austoben wodurch das Städtchen auch Bum Bum City genannt wird. Von 1958 bis 1960 verrichtete Elvis Presley i.ü. hier seinen Militärdienst.

Das gesamte Gelände hat eine Ausdehnung von 25 x 14 km, sodaß man auch von der bayerischen Serengeti spricht. Fauna und Flora gedeihen prächtig. Angeblich haben sich die Tiere in ihrem Habitat an den Krach gewöhnt.  7000 Stück Rotwild halten das aus, ca. 120 werden jedes Jahr geschossen – von Jägern – nicht Panzern. 

Die Gemeinde Grafenwöhr, der Standort Vilseck und Umgebung bieten nicht die Größe wie Ramstein /Kaiserslautern – es lohnt sich auch nicht wegen des US „Lifestyle“ hier anzureisen, es ist immer noch mehr Bavarian. Und wenn der Trump´sche Vorschlag sich durchsetzt, wird die Besatzung noch um ein Drittel weniger. Erwähnenswert und typisch bayrisch ist das in der Nähe von Amberg liegende Dorf  „Ursulapoppenricht“. Muß man aber nicht besuchen. 

 

ATM Geldautomat –   Automated Teller Machine  – braucht man ggfs. um einen Mustang zu finanzieren…