Pig Stand, Diner & Car Hop Service

Bereits 1920 gaben es ca. 8 Millionen Autos in den USA. Zu dieser  Zeit kamen zwei Industrielle auf die Idee, Imbißstände neben den Hauptstrassen zu errichten. 1921 wurde die Pig Stand Company gegründet und das erste Drive Inn bei Dallas /Fort Worth gebaut. Die Kunden wurden in ihren Autos mit Speisen versorgt. Das kam so gut an, daß in den Folgejahren auch von konkurierenden Betreibern, u.a. Roy Allen und Frank Wright – A & W, viele weitere ganz einfache Stände an Straßenrändern vorwiegend in Schönwetterstaaten wie Kalifornien/L.A. und Texas/ Dallas gegründet wurden.

Der Pig Stand Drive Inn setzte auf einfache und schnell zubereitete Imbisse wie Barbeque Pork,  Ham Sandwiches, Frankfurters, Waffles, Ice Cream…aber am erfolgreichsten wurden die Hamburger, gefolgt von Hot Dogs und regionalen Spezialitäten. Die meist aus Holz gebauten Stände sind rund, 8-eckig, 6-eckig, auch 4-eckig, im Laufe der Zeit in immer aufwendigeren architektonischen Versionen auf großen Plätzen mit viel Parkraum drumherum.

Später, Ende der 20er Jahre verschwand dann die Bezeichnung Pig Stand weil die Bauten variierten und spezieller wurden. Daraus entstand das Diner Drive Inn, hier wurde auch im Lokal gegessen. Begriffe wie Modern Industrial Arts und Art-Deco hielten Einzug und die Holzbauten wurden durch stabile aufwendige Steinbauten mit Neonbeleuchtung ersetzt. Zu der Zeit etablierten sich die Ketten „Carpenter Sandwiches, McDonnell´s und Roberts Sandwiches. Eine Reihe von Architekten spezialisierten sich inzwischen und entwickelten immer raffiniertere Variationen im modernen Stil mit abgerundeten Ecken und einem Art Deco Tower auf dem Dach. Im Inneren gab es zunehmend ein Starlite Room, Victory Room, Cantina, Dining Room, Bar, Cocktail Lounge und nebenan Car Service. Nachteil – bis Mitte der 30er Jahre waren die Parkplätze noch nicht befestigt, sodaß diese bei Regen matschig wurden. 

Quer durch die Südstaaten breiteten sich die Diner aus. Ende des Jahrzehnts entstand die Hamburger Kette „Bob´s Big Boy“, die es entgegen vielen anderen auch heute noch gibt. Und der Car Hop Service nahm an Fahrt auf. Die Bedienung am Auto wurde nun von jungen gut aussehenden Glamburger Girls, Car Hoppers, Tray Girls and Boys, auch Curb Operaters genannt, in fantasievollen Kostümen erledigt. Nicht selten bestand das Personal aus 20 und mehr Personen bei Öffnungszeiten z.B. von 9 -21 h oder auch 24 Stunden. Die Rollschuhbedienung hat sich allerdings nicht durchgesetzt. Die Diner Restaurants wurden zu einer amerikanischen Institution, betrieben u.a. von Herbert´s Drive Inn, Simon´s, Smitty´s, Van De Kamps, Mc Donnell´s, ( McDonald´s gründete sich erst in den 1950er Jahren ).  Allein 1939 wurden mehr als 30 Millionen Autos registriert.

Nach dem 2. Weltkrieg in den 1940er Jahren änderte sich das Verhalten der Kundschaft und Restaurantbetreiber. Die Außerhaus Bedienung wurde auch aus Effizienzgründen nach und nach eingestellt. Die Drive Inns mit Parken in unmittelbarer Nähe blieben aber und teilten sich bis heute in edle und einfache Restaurants. Neon Beleuchtung gab es überall. 

                                Höhepunkte des Car Hop Service

Bis heute aktuelle weltweite Variante sind die u.a. von McDonald´s, Burgerking, KFC, betriebenen Drive Thru´s, wobei der Fahrer im Auto sein Essen am Restaurantschalter entgegennimmt. Leider wurden auch die fantasievollen Gebäude durch mehr oder weniger gestylte zweckmäßige Schnell-Restaurants /Fast Food Outlets ersetzt.  Viele der Drive Inns in USA wurden nicht unter Denkmalschutz gestellt und Ende der 1960er Jahre einfach abgerissen, einige wenige noch existierende muß man jetzt suchen. George Lucas hat mit seinem Film „American Graffiti“ Anfang der 70er die Historie zu einer Art Mythologie erhoben.


                 Miss Pepper Drive Inn Restaurant in Bornheim /Alfter  zw. Köln und Bonn

Hier bei uns in Deutschland wurde von einigen US Begeisterten die Diner Idee aufgegriffen und neben einzelnen Lokalen gibt es z.B. die Ketten „Lara´s Diner“ und „Miss Pepper“, zwei der Miss Pepper im Köln/Bonner Raum – in Frechen neben der A1 und im Gewerbegebiet Bornheim. Letzteres wurde tatsächlich im historischen Diner Stil mit vielen Rundungen, einem Art-Deco Tower und Neon Beleuchtung gebaut.

„Pig Stands“ gibt es bei uns auch heute noch in Form von Imbißbuden am Straßenrand mit reichlich Parkplatz, allerdings mit Self-Service für den Verzehr am oder im Auto. Ein paar Beispiele:

                                Rast und Imbiß an der B266 in Mechernich
                               Mamas Gute Küche an der B9 in Bad Breisig
                                Mythos Grill in Refrath (innen und außen)
                               Grill in Ramstein bei Kaiserslautern

Für kleine Treffen abends unter der Woche sind diese durchaus geeignet. So wurde bereits der Parkplatz am Mythos Grill Refrath neben einem Park mit Weiher gerne angenommen. Miss Pepper und Mama´s Küche wurden ebenfalls schon genutzt. 

-W.–