US Begeisterung und 1981er Florida Vacation

Wie kam es dazu, warum USA ?  Aus meiner Sicht ganz einfach von den Fernsehbildern amerikanischer Lebensweise, in schwarz-weiß, aber vor allem dann wenn in Farbe gesendet wurde und der deutschgraue Alltag der 1960er Jahre beiseite geschoben wurde.  Fury und Lassie waren noch Kindersendungen, doch dann kam 77 Sunset Strip, ein Serienklassiker aus L.A. mit Geschichten eines Detektiv-Büros  aus den Jahren 1958 – 1964. Hauptdarsteller waren Efrem Zimbalist und Teenager-Idol Edd „Kookie“ Byrnes mit seiner krächzenden Stimme und der nebenbei mit einem Hot-Rod mit viel Chrom und Flammen durch die Gegend fuhr.

In den 1960er Jahren waren es Jerry Lewis Filme die Hollywood nach Deutschland brachten (kann heute keiner mehr drüber lachen). Aber auch der Action-Film „Rote Linie 7000„, 1965, von Howard Hawks mit James Caan. Zu sehen sind Rennszenen aus fünf Speedways /Raceways (meist Oval mit zwei Steilkurven) mit vielen spektakulären Unfällen und das Motelleben neben den Rennstrecken.

Detektiv Rockford – Anruf genügt,  1974 – 1980, mit James Garner im Wohnwagen am Strand von Malibu, Cal.  Das dortige öfters zu sehende Paradise Cove Beach Cafe gibt es wohl heute noch.  Rockford fuhr einen Pontiac Firebird 400.

Kojak – Einsatz in Manhattan, 1975 – 1978, mit Telly Savalas als cooler N.Y.-Polizeichef von Manhattan Süd. Interessant die Namen seiner Untergebenen „Crocker“,  „Stavros“,  „Rizzo“,  „Saperstein“.  Und die running Gags mit dem Lolly und den Sprüchen „Entzückend, Baby“. Kojak fuhr einen 74er bzw. 75er Buick Century Regal 455.

Starsky & Hutch,  1975 – 1979, mit Paul Michael Glaser und David Soul, L.A.-Police mit mehr Action. Die beiden fuhren einen 74er /75er Ford Gran Torino, Hutch außerdem einen 73er Ford Ltd., keine Polizei Autos.

Dallas,  1978 – 1991, allseits bekannt mit vielen Eindrücken amerikanischem Business. Man fuhr eher europäische Fabrikate.

Urlaub in USA blieb zunächst ein Traum, allein der Kosten wegen, früher Wechselkurs bis 4 DM der Dollar, Kreditkarten –  American Express oder Diner´s Club waren Luxus. Erfahrungen in Englisch gering. Das änderte sich im Laufe der Zeit und der erste Florida Urlaub kam 1981. Flugzeit Düsseldorf – Miami ca. 10 Stunden, im Airport angekommen, runtergekühlt unter 20 Grad, die Türen gehen auf und die schwülwarme Hitze schlägt uns entgegen. Die neue Welt ist bei uns angekommen. Jetzt noch in Ruhe den gebuchten „Midsize“ Leihwagen abholen, ein fast neuer Chevy Citation von AVIS, immerhin mit kleinem 8-Zylinder. Um die neue Gesamtlage zu checken buchten wir zunächst das Strandhotel Castaways für 14 Tage in North Miami Beach an der Collins Ave.  Vor 40 Jahren gab es an der Stelle noch sowas wie Südsee-Feeling, jetzt gibt es fast nur noch Hochhäuser. Glücklicherweise konnte das südlicher gelegene Art Deco Viertel an der South Beach durch engagierte Einwohner bis heute gerettet werden.

 

Die Strandhotels besaßen natürlich alle einen Pool, eine Bar, Air-Condition, TV, teilweise dicke Teppiche in den Räumen, die bei der Hitze sorgfältig gereinigt werden mußten und den unverwechselbaren Ami-Hotel Geruch abgaben. Aber alles gut. Übernachtung /Frühstück gab es damals noch nicht, allenfalls ein spartanisches „Continental-Breakfast“ – Kaffee mit Gebäck und Selbstbedienung. Zum Frühstück ging es erstmal zu „Denny´s“ (Always Open) oder „Howard Johnson´s“ Restaurants. Danach Pause am Straßenrand und die noch verbliebenen Fullsize Cars beobachten.

Der Atlantic Strand zieht sich Hunderte KM Richtung Norden, was allein in Daytona Beach dazu führte, daß der Strand mit Autos befahren werden durfte, auch heute noch. 

Parallel zur Küste und der Collins Ave. verläuft der Intracoastel-Waterway mit unglaublich schönen und teuren Anwesen reicher Show-Stars, Politikern und Business-People. „Mein Haus, mein Boot, meine 3 Autos, geschieden.“

Besuch bei Harry Sperl von Cruising Int.,  Großhändler für Aufnäher, Aufkleber, Anstecknadeln und jede Menge US Gimmiks aller Art und Gründer eines Hamburger Museums. Harry hatte in Vertretung auch Stände auf deutschen Veranstaltungen. Er lebt seit über 35 Jahren in Daytona Beach. Dadurch für uns ein Anlaufpunkt zu Besuchen u.a. des Turkey Runs, Daytona Speedways und des legendären Iron Horse Saloons. In den frühen 90er Jahren ergab sich ein Besuch bei einem Nachwuchsrennen in Daytona. Hier durften wir auch ins Infield mit den NASCAR Race Cars (National Association for Stock Car Auto Racing) und vielen Verkaufs-Ständen. Auf dem Daytona Trioval Speedway mit 2 Steilkurven werden heute 200 mph erreicht, bei 40 Autos in Zweierreihe ein gigantisches Donnern, eine große Show.

1981 gab es nur wenige Skyscraper in Downtown Miami, das 90 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Art Deco Viertel im Süden kam richtig zur Geltung, heute mehr oder weniger von Hotels und Wohnhochhäusern umgeben dank des Turbo-Kapitalismus der Amerikaner.  1984 startete die weltweit erfolgreiche Fernsehserie „Miami Vice“, 1984 – 1989, mit Don Johnson und Philip M. Thomas als Drogenfahnder.  Das wiederum hatte zur Folge, daß die Lust auf USA nach mehr verlangte und so lernten wir in 25 Jahren nach und nach die sonnigen West- und Südstaaten kennen.  Don Johnson fuhr einen Ferrari 365 Daytona Spyder Nachbau auf Corvette Basis, ab der 3. Staffel dann echte Testarossas V12.

Noch immer lieben wir die schwüle Hitze von Florida und Louisiana, die trockenen Wüsten der Süd-West-Staaten…  and it never rains in California.

Die Fotos wurden vor 30 bzw. 40 Jahren aufgenommen.

-W.–

 

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